Die ANIMALS' ANGELS -Teams begegnen immer wieder einem einzelnen Tier, dessen trauriges Schicksal ihnen noch lange nachgeht. Für diese Tiere haben wir eine "Klagemauer" eingerichtet.
Sind auch SIE einem "Nutz"tier begegnet, an das Sie gerne erinnern möchten? Senden Sie ein Foto des Tieres mit einer kurzen Erklärung (max. 5 Zeilen) an Catriona@animals-angels.de und wir veröffentlichen nach Möglichkeit Ihr Bild.
Unbekannt verstorben...
10.3.2010
Ochsenkalb Kajetan sollte nach Kaspars Tod wieder einen Freund bekommen. Im Internet fand ich einen Bauern bei Fuessen, der Braunvieh hält und "rettete" Korbinian an einem Februarmorgen per Telefon, kurz vor er zum Mäster gekommen wäre. Nächste Woche hätten wir ihn dort abgeholt. Eben die email im Postfach: tot, Darmverschlingung, war nicht mehr zu retten. Nicht mal gesehen habe ich den armen Kerl. Zumindest der Schlachthof blieb ihm erspart. U.
Im Gepäck aus Polen...
12.2.2010
Seit meiner Rückkehr von einem 5-tägigen Einsatz in Polen, habe ich immer wieder einzelne Tiere vor Augen, die mich besonders berührt haben. Sie wurden als „Schlacht“vieh auf dem Markt verkauft. Von den meisten weiß ich nur ganz wenig, kenne nur eine Momentaufnahme ihres Lebens. Aus dieser Momentaufnahme kann man aber oftmals viel über ihr Leben erfahren. Ihr Aussehen, ihre Augen, ihre Körper -haltung und – sprache, ihr Verhalten sprechen Bände und lassen mich annehmen, dass diese Tiere nur wenig schöne Tage in ihrem Leben hatten.
Ich denke an…
... und voller Trauer an die kleine Hündin, die wir mit eingeschlagenem Schädel und einer Schlinge um den Hals im Schnee fanden. Sie war hochschwanger.
Kaspar
25.10.2009
Nachdem ich Kajetan beim Wandern kennengelernt hatte und er immer so zutraulich zu mir war und sich streicheln liess, beschloss ich, ihn zu "retten". Damit er später mal einen Freund hat, kaufte ich noch ein weiteres Kälbchen dazu, Kaspar. Doch er wollte nicht so recht trinken und war sehr apathisch. Nach gutem Zureden und Tierarztbesuch schien er über den Berg - bis mich die Nachricht erreichte, dass er einen Rückfall bekam und gestorben war. Ciao, mein Lieber! Kajetan vermisst Dich! U.
Colechester
25.10.2009
Colechester war mein Lieblingspferd in Sevenoaks in Kent in England. Jeden Abend nach der Arbeit habe ich ihn besucht und gefüttert. Auch nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich es bei Besuchen in England nie versäumt, zu ihm zu fahren. Beim letzten Besuch im Oktober 2009 musste ich erfahren, dass er, der immer so stark und unverwundbar schien, aufgrund einer Viruserkrankung gestorben war. Leb wohl, Du wunderbares starkes Pferd! Ich werde Dich nie vergessen! U.
Maxim Gorki
31.8.2009
Da liegt er nun, in einer kleinen Schachtel. Gleich werde ich ihn hinunter tragen und ihn im Fluss niedersinken lassen. Ich glaube, Fische möchten nicht gerne "beerdigt" werden. Ich bin schuld daran, dass er gestorben ist. Ich habe ihn und seine 14 Artgenossen retten wollen. Die anderen 14 haben es geschafft - aus einem dreckverkrusteten dunkelgrün veralgten Aquarium in einer Glaserwerkstatt zu mir nach Hause, in ein großes, sauberes Becken mit Kiesboden und Pflanzen, wo sie nun so langer wohnen werden, bis ich einen netten Menschen mit einem großen Teich gefunden habe. Aber Maxim hat es nicht überlebt, der Transport hat ihn umgebracht. Seine Freunde sind wohlauf. Ich habe noch selten so etwas schönes gesehen - leuchtende Farben, geschmeidige Bewegungen, und sie sind sehr neugierig. Maxim war auch noch im Tod schön, leuchtend rot und blau schillernd um die Flossen. Er lag ganz still auf meiner Hand. Und ich konnte ihn gerade noch davor bewahren, von den Männern, die die Fische brachten, "weggeworfen" zu werden.
Ich weiß nicht die richtigen Worte, nur, dass ich das Beste wollte - und es war nicht gut genug.
Gegen die Wand
23.2.2009, Markt Bodzentyn: Heute ist „Baŝka“ auf dem Pferdemarkt. Sie ist sehr nervös. Ihr Fell ist von Mist und Dreck dick verkrustet. Ihre Hufe wurden schon lange nicht mehr korrigiert. Zuletzt wahrscheinlich von unserem Team vor fast 2 Jahren. Damals mussten wir Baŝka stark sedieren, so ängstlich und misstrauisch war sie. Alle Diskussionen mit dem Besitzer waren vergebens. Er habe Angst sie aus dem Stall zu lassen, sie so aggressiv, meinte er.
Heute hat der Pferdehändler sie offensichtlich gefügig machen können und zum Markt gebracht. 10 Jahre lang war sie in der Ecke eines verdreckten, fast lichtlosen Stalles angebunden und hat jedes Jahr ein Fohlen zur Welt gebracht. Fohlen für die Schlachthöfe Italiens.
Heute hat sie der Einkäufer eines polnischen Schlachthofes eingekauft. Heute noch oder morgen wird sie geschlachtet. 10 Jahre lang hat sie nur die Wand vor sich gesehen.
Baŝka ist nur ein trauriges Beispiel dafür, unter welch erbärmlichen Bedingungen „Zucht“ und „Mast“pferde in Polen zum Teil ihr Leben fristen müssen.
Maxi
Oktober 2008, Spanien: Alberto und ich sind auf einem „Viehmarkt“ im Nordwesten Spaniens. Von weitem beobachte ich, wie ein Mann immer wieder gegen etwas tritt, was am Boden liegt. Als ich näher komme, hat er Maxi gerade am Fell und am Schwanz gepackt und zieht ihn auf die Beine. Maxi macht ein paar Schritte bevor er wieder zusammenbricht. Maxi ist ein schwarzbuntes Kälbchen, höchstens drei Wochen alt. Ein männliches Kalb, eines der lästigen Nebenprodukte der Milchwirtschaft. Die Vorschriften zwingen die Bauern, sie rund zwei Wochen im Stall zu behalten und durchzufüttern, bis sie verkaufen dürfen. Viele versuchen sie früher loszuwerden, datieren das Geburtsdatum vor, reißen die Nabelschnur ab, bevor sie verheilt ist, in besonders schlechten Zeiten töten sie sie direkt nach der Geburt. Der Mann wollte mit dem Verkauf von Maxi ein paar Euro verdienen, aber Maxi ist zu schwach, seine Beinchen sind deformiert, er kann kaum laufen. Der Mann ist wütend auf Maxi. Ich stürze mich zwischen ihn und Maxi und schreie ihn an. Sogleich eilen mehrere Männer hinzu, um sich das Spektakel anzuschauen. Maxi liegt am Boden, sein Atem geht sehr schnell. Ich bin erleichtert, daß auch die anderen Händler auf den Mann einreden und ihm sagen, daß er Maxi in diesem Zustand nicht auf den Markt hätte bringen dürfen. Alberto alarmiert das Marktpersonal und einen Tierarzt. Der Veterinär bittet den Mann Maxi zur Untersuchung in einen leeren Pferch zu bringen. Der Mann packt Maxi an einem Ohr und einem Hinterbein, jetzt geht Alberto dazwischen und nimmt Maxi auf den Arm, der Mann zieht immer noch an Maxis Ohr. Der Tierarzt entscheidet Maxi einzuschläfern und zwei Angestellte des Marktes bringen ihn in einer Schubkarre in die Krankenstation. Er wird auf ein dickes Strohbett gelegt, wir streicheln ihn bis der Tierarzt kommt.
Niko
Am 08.08.08 haben wir Niko kennengelernt. Einer von ca. 200 „Bio“schweinen in einem Stall in Brandenburg. Im Vergleich zu seinen konventionell gehaltenen Artgenossen, hat Niko vielleicht kein so schlechtes Leben. Niko steht auf einer dicken Stroheinstreu, der Stall hat viel Licht, mehrere offene Tore und Niko kann beobachten, was auf der Strasse passiert. Wenn mal etwas passiert.
Niko beobachtet jede unsere Bewegungen aus klugen Augen und genießt die Streicheleinheiten. Er würde gerne das trennende Gitter überwinden um uns genauer kennenlernen zu können.
Niko ist 6 Monate alt und wird nächste Woche zum Schlachter transportiert, erzählt uns ein Arbeiter.
Es fühlt sich sehr falsch an, das akzeptieren zu müssen.
Veronika
26. April 2008, Bodzentyn, Polen
7:00 Uhr, es ist wie jeden Samstag Markttag in Bodzentyn. Veronika, eine schwarz-weiße Kuh erleidet noch außerhalb des Marktgeländes einen Kreislaufkollaps, bricht zusammen und stirbt. Wir bleiben bei ihr bis sie abgeholt wird.
Ihr „Besitzer“ hat sie selbst erst einen Tag zuvor von einem Großbetrieb gekauft. Obwohl sie krank ist, oder vielleicht gerade deshalb, bringt er sie zum Markt um sie weiterzuverkaufen. Die anwesenden Händler bedauern den finanziellen Verlust des „Besitzers“. Der Rest des Markttages verläuft wie immer.
Goldmarie und Schattenstreif
17.3.08 Jerez, Mexico: Dieses Bild von Goldmarie und Schattenstreif ist aufgenommen im Sammelgehege des Pferdeschlachthofs. Schattenstreif ist gerade erst geboren. Schutzsuchend steht er dicht an sie gedrängt, als ob er eine Ahnung hat von dem, was bevorsteht. Seine Mutter hat ihn irgendwo auf dem langen Weg aus den USA geboren – eingepfercht auf dem LKW zwischen circa 30 anderen Pferden. Sie hätte in ihrem Zustand niemals geladen werden dürfen, aber wie so oft „übersieht“ der Transporteur das Offensichtliche. Sie hat Schattenstreif beschützt so gut es ging: Davor, von den anderen erwachsenen Pferden in der Enge des Transporters getreten oder zertrampelt zu werden und vor dem groben Griff des Schlachthof-Arbeiters bei der Entladung. Schattenstreif und Goldmarie sind zwei von über 45.000 „Schlacht“pferden, die jedes Jahr von den USA nach Mexiko exportiert werden.
Elijah
February 26, 2008: Elijah’s life started where other horses’ lives ended – at Natural Valley Farms, a horse slaughterhouse in Neudorf, Saskatchewan. I found Elijah in one of the plant’s 3 known large rendering dumpsites, tossed between two piles of horse heads and limbs. The left side of his head and neck bore bruises in the shape of tire tracks. For his skin to bruise his heart had to have been pumping very recently. It is most likely that his head was run over by a small tractor - perhaps a bobcat scooping up the last few hours’ worth of horse remains from the slaughter floor. There is no way to know for certain if Elijah was born alive or dead (although the bruising on his head indicates alive) or to know the full extent of the suffering of he and his mother. We can only guess that she was sent to an American auction pregnant, bought by a kill buyer, loaded and transported to a feedlot/assembly station then loaded again for the final journey to her death. The transportation of her would’ve been illegal but would not have been caught as American haulers have discovered a loophole that allows them to avoid CFIA inspection at the Canadian border by simply labeling the horses as “feeder” rather than “slaughter”. Elijah’s mother, frightened, having been without feed and water for likely over 20 hours, struggling to remain standing on the trailer as falling meant certain death for her foal from trampling, likely arrived at the plant completely exhausted and frightened. This terror and exhaustion likely caused her to abort Elijah. Her death most certainly followed his as she was quickly pushed through the slaughter line, never to know a moment with her newborn.
Elijah’s missing internal organs were evidence that the coyotes had scavenged off him but his missing ears: cut from his head with the precision of a knife, were evidence of human scavenging, stripping him of anything viewed as valuable from his tiny body.
Abby
January 21, 2008 - We discovered Abby at the Manitoba Pork Marketing Cooperative – a pig collecting station in Winnipeg, Manitoba that was in the process of being decommissioned.
As on other visits, illegal vehicles were being used to transport pigs to the collecting station. On this day, Abby, a young pig, had been loaded into a Bergman Farms grain truck, the only protection from the frigid cold – the temperature was –40°C with a windchill warning in effect – being a tarp over the top of the grain truck. Grain trucks are treacherous transport for pigs as the floor is slippery and no dividers are installed, meaning injured or otherwise health-compromised pigs, such as Abby surely was when loaded, are not afforded any protection from trampling and piling by the other stressed pigs onboard who are also struggling to remain standing.
Abby’s final days must’ve been painful ones. In all likelihood she was illegally loaded – either as a downer already or as a pig going down. It is most likely that she was trampled, exacerbating the pain she was already in. She had to have been extremely cold on her final ride. Abby didn’t survive the trip. After the live pigs were herded off the trailer, Abby’s dead, limp body was dumped from the grain truck. Her body showed evidence of her suffering – she had a large bruise on her right forearm and cuts on her abdomen, rear and between her hind legs. To sustain wounds in this area it is highly likely that she was pinned on her side or back while being trampled, unable to move to avoid the hooves of the others.
It is against federal transport regulations in Canada to transport animals in vehicles such as these, yet it’s a daily occurrence and dead pigs are frequently pulled from them.